Das eigene Rechenzentrum HANA-ready machen

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Autor: John Lavallée
  • Beitrag vom: 29.05.2019
  • Views: 23.554

SAP stellt im Jahr 2025 den Support ihres Standard ERP-Systems ein. Dieser Umstand treibt momentan fast alle SAP-Kunden an. Die bestehenden SAP-Systeme müssen aufgrund der neuen Technologien (S/4HANA) mit aufwendigen Anpassungen, sowohl in den Prozessstrukturen als auch im Code, migriert werden. Da dies für viele Kunden ein großes Unterfangen darstellt, sollte das Betriebsmodell dieser neuen Lösungen unter die Lupe genommen werden. Ein Artikel von Guido Vanhoefen, Team Leader Cloud Infrastructure bei der Scheer GmbH.

Um das eigene Rechenzentrum „HANA-ready“ zu machen, bedarf es oftmals sehr großer Investitionen, etwa in Hardware. Dies ist nur einer der Gründe – wenn auch ein bedeutender – dass das Betriebsmodell Cloud-Plattform in der objektiven Analyse an Bedeutung gewinnt.

„Wir erhalten augenblicklich viele Anfragen von Unternehmen, die abwägen, in welcher Form sie auf das Supportende des Standard-ERP-Systems reagieren sollen. Das Ergebnis vieler eingehender Beratungen ist, dass die Migration in die Cloud nicht nur kurzfristig mit weniger Aufwand und Kosten verbunden ist, sondern auch langfristig die Zukunftsfähigkeit sichert,“ berichtet Oliver Hafner, Unit Leader SAP Application Operations bei der Scheer GmbH.

Scheer bietet ihren Kunden daher eine ganzheitliche Unterstützung auf dem Weg zu SAP S/4HANA an. Dabei bauen sie auf ausgereifte eigene Vorgehensmodelle, Methoden und Lösungen, ebenso wie auf fundiertes Branchen- und Prozess-Know-how.

Mit Assessment zu ganzheitlicher Unterstützung

Die Frage, wie man am besten nach Azure migriert, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Antwort hängt von vielen Faktoren ab, die Scheer mit seinen Kunden in einem S/4HANA Assessment entsprechend detailliert beleuchtet. Tatsache ist, dass die IT-Infrastruktur von Unternehmen immer komplexer und anspruchsvoller wird. Die Inbetriebnahme und Wartung von moderner Hardware und Software erfordern viel Know-how und weitreichende Investitionen. Gleichzeitig ist die Sicherheit von sensiblen Unternehmensdaten, speziell im Zeitalter der DSGVO, höchstes Gebot. Die dauerhafte Verfügbarkeit sowie eine stets aktuelle Software stellen wichtige Komponenten für den Unternehmensalltag dar. Microsoft stellt mit Azure eine ideale Cloud-Plattform für neueste SAP-Lösungen bereit. Bei maximaler Performance und höchsten Sicherheitsstandards bietet Azure Hochverfügbarkeit, Flexibilität und Skalierbarkeit der Systeme. Durch den globalen Zugriff auf die Systeme können Unternehmen ihre Innovationskraft und Produktivität deutlich steigern.

In einem konkreten Anwendungsfall bei Scheer hat ein Kunde seine IT-Landschaft on-premise bereits auf der HANA-Datenbank betrieben. Der Wunsch nach eben jener flexiblen Skalierbarkeit, höherer Sicherheit und schneller Hardware-Beschaffung im Bedarfsfall hat jedoch dazu geführt, dass der Kunde sein Betriebsmodell auf die Cloud-Plattform umgestellt hat. Die Migration nach Azure basierte dabei auf dem Einsatz von Azure Site Recovery zur Migration der virtualisierten SAP Application Server (VMware vSphere) und dem Neuaufbau der HANA-Maschinen in Azure (M-Series). Die HANA-Datenbanken wurden während einer Downtime per Import/Export migriert, gleichzeitig wurden die physikalischen HANA-Server durch die Migration nach Azure virtualisiert, was Snapshots/Cloning (für bspw. Systemkopien) ermöglichte. Die Azure Site Recovery-Funktionalität garantiert eine möglichst kurze Downtime bei der Migration von virtuellen Maschinen, da auf der vSphere-Plattform on-premise eine Azure Site Recovery Appliance (Configuration/Process-Server) bereitgestellt wird. Sie repliziert einzelne Virtual Machines (VMs) im laufenden Betrieb in einen Storage Account im Azure Datacenter und erstellt daraus beim Failover entsprechende virtuelle Maschinen. Die Server für die HANA-Datenbanken wurden gänzlich neu bereitgestellt.

Aufbau eines HANA Servers auf Azure

Beim Aufbau einer HANA Servers auf Azure muss vor allem die Storage-Konfiguration beachtet werden. Eine virtuelle HANA wird generell mit Azure Managed Disks bereitgestellt. Um die von SAP vorgegebenen Werte (SAPS) für den Durchsatz von /hana/log und /hana/data zu erreichen, müssen für diese Datenträger mehrere virtuelle Datenträger (Premium SSD) zu einem RAID 0 zusammengefügt werden (z.B. via MDADM oder LVM).

Die Empfehlung lautet hier:

64 KB oder 128 KB für /hana/data
32 KB für /hana/log

Des Weiteren sollten folgende Caching-Konfigurationen gewählt werden:

  • /hana/data – kein Caching
  • /hana/log – kein Caching – Ausnahme bei M-Series VMs (hier muss die Schreibbeschleunigung aktiviert werden)
  • /hana/shared – Lese-caching

Wie Sie die Azure-Infrastruktur konfigurieren und SAP HANA-Systeme betreiben, die auf nativen virtuellen Azure-Computern bereitgestellt werden, wird in diesem Artikel ausführlich beschrieben. Der Artikel enthält auch Informationen zur Konfiguration für die horizontale SAP HANA-Skalierung für die VM-SKU M128s.

Das S/4HANA Assessment bei Scheer

Für die Unterstützung ihrer Kunden bei der Migration ihrer SAP-Landschaften auf die aktuellen Standards (S/4HANA) hat Scheer ein standardisiertes S/4 HANA Assessment entwickelt. Dabei werden verschiedene Transformationsvorgehen und Implementierungsansätze gegenübergestellt:

Der einzuschlagende Weg hin zu S/4HANA hängt, wie in der Grafik dargestellt, stark auch vom Ist-Zustand ab. Ist keine SAP-Landschaft beim Kunden vorzufinden, wird der Greenfield-Ansatz gewählt, also die ganz neue Implementierung. Ist eine bestehende SAP-Landschaft vorhanden und die vorhandenen Ressourcen im eigenen Rechenzentrum sind HANA-ready, kann durch eine System Conversion der Brownfield-Ansatz angewandt werden, also die Eingliederung neuer Software in das vorhandene System. Wenn es Sinn ergibt, die komplette SAP-Landschaft neu zu bewerten, zu verschlanken und zu vereinfachen, wird mit einer Landscape Transformation der Bluefield-Ansatz durchgeführt, also die Migration und Aktualisierung der vorhandenen Landschaft. Alle Ansätze können eine Änderung des Betriebsmodells (on-premise / hybrid / Cloud) beinhalten.

Weiter werden Handlungsempfehlungen in Bezug auf Themen wie Custom Code, Modifikationen, Berechtigungskonzepte, SAP Add-ons und Schnittstellen gegeben und eine Nutzenermittlung von S/4HANA für die Fachbereiche und die IT ausgearbeitet. Wichtig ist, dass gemeinsam mit dem Kunden eine Auflistung aller notwendigen Schritte erstellt wird, um die bestehenden SAP-Systeme „S/4HANA-ready“ zu machen, inklusive der Vorgehensweise bei der Datenbankmigration von anyDB auf die SAP HANA Platform/HANA DB.

Unter Berücksichtigung der individuellen Ausgangssituation, der strategischen Unternehmensziele und der definierten Geschäftsanforderungen entwickelt Scheer auf Basis vordefinierter S/4HANA-Einführungsszenarien eine jeweils individuelle S/4HANA Roadmap und setzt diese mit dem Kunden gemeinsam unter Verwendung etablierter Methoden um. Dabei unterstützt Scheer auch bei der Entscheidungsfindung, ob die SAP S/4HANA-Systeme in der Cloud, on-premise oder als Hybrid-Architektur implementiert und betrieben werden sollen.

Das Scheer S/4HANA Assessment schließt mit der Budgetaufstellung für das komplette Projekt (inkl. Lizenzen und Implementierung) und einer Ergebnispräsentation mit Meilensteinplan für den Wechsel auf S/4HANA.

Was noch für den Wechsel des Betriebsmodells spricht

Auch andere Geschäftsanforderungen können dafür sorgen, dass das bestehende Betriebsmodell infrage gestellt werden muss, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Die Anforderung, Kreditkarteninformationen zu verarbeiten, sorgte bei einem anderen Kunden beispielsweise dafür, dass für die bestehende SAP-Landschaft eine PCI-DSS Konformität hergestellt werden musste. Die Umsetzung dieses Standards erforderte nach Business-Case-Rechnung eine exorbitante Investition in das bestehende Rechenzentrum. Abhilfe schaffte in diesem Fall die Migration der kompletten SAP-Landschaft nach Microsoft Azure, da die Azure-Rechenzentren den PCI-DSS Standard erfüllen. Für den Kunden bedeutete das nicht nur eine deutliche Kostenersparnis, sondern auch langfristig eine Reduzierung des Administrationsaufwands sowie die Sicherung seiner Zukunftsfähigkeit aufgrund der großen Flexibilität und Skalierbarkeit.

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